4. Schritt zur nachhaltigen Agentur

Jun 20, 2021 | Agentur, Sustainability

Auf dem Weg zur nachhaltigen Agentur mache wir heute am Arbeitsplatz selbst halt und schauen genau hin, was wir optimieren können.

Dass wir hierbei sowohl über den Arbeitsplatz in der Agentur aber auch übers Homeoffice sprechen, ist klar. Es sind die vielen kleinen alltäglichen Dinge, die hier den Impact schaffen können. Aber auch ganz grundlegende Entscheidungen, wie die Idee eines Arbeitsplatzes ausgelegt ist, spielen eine Rolle.

Über Office Sharing nachdenken

In Großstädten wird Raum eine immer knappere Ressource. Deshalb ergibt es Sinn, den wenigen Büroraum, der zur Verfügung steht, bestmöglich auszunutzen und  alle Arbeitsplätze zu besetzen. 

Hier ist Office Sharing ein richtiger Ansatz. Durch die gemeinsame Nutzung von Räumen und Materialien entsteht eine optimale Ausnutzung  und vielfache Synergien, wie der Austausch mit neuen Mitmietern. Zudem entstehen Coworking Spaces, die wie Magneten für junge spannende Startups oder agile Freelancer sind. Da wird über den Flur Business Development betrieben.

Wenn ihr selbst Platz genug habt, ladet doch andere Unternehmen, Freelancer oder Start-ups ein, gemeinsam mit euch unter einem Dach zu arbeiten.

Nachhaltige Büromöbel und Ausstattung

Zwei der großen Posten, die Sie für mehr Nachhaltigkeit im Büro optimieren können, sind die Möblierung sowie die technische Ausstattung der Arbeitsstelle. 

Beim Kauf neuer Möbel für das Büro sollte man immer darauf achten, dass diese umweltfreundliche Siegeln tragen. Da wächst der Wald zwar stetig an und nicht jedes Siegel hält, was es verspricht, doch eine kurze Recherche sollte einem den richtigen Weg weisen. In unserer Liste „guter“ Anbieter haben wir auch Möbelproduzenten aufgeführt. Falls beispielsweise speziell angepasste Regale oder Tische benötigt werden, können Unternehmen auch regionale Betriebe beauftragen und unterstützen so die heimische Wirtschaft.

Eine weitere Möglichkeit für den nachhaltigen Schreibtisch stellt daher der Erwerb von gebrauchten Möbeln dar. So wird die erneute Aufwendung von Ressourcen vermieden. Im Gegenzug trägt natürlich auch der Verkauf beziehungsweise die Weitergabe ausgedienter Möblierung zur Öko-Bilanz eines Büros bei.

Hier eine Liste von Anbietern nachhaltiger Büroartikel und -möbel. Die genannten Anbieter legen darauf Wert, dass ihre Produkte recycelt oder recycelbar sind. Dass die Produkte vorwiegend aus nachwachsenden Rohstoffen, mit wenig Energieverbrauch und unter fairen Arbeitsbedingungen produziert wurden.

  • Die Umwelt Druckerei
  • Memolife
  • Avocadostore
  • WERKHAUS
  • BUNDladen
  • GREENPICKS
  • e+m Holzprodukte

Lang lebe „der Gerät“

Bei der technischen Ausstattung steht die Energieeffizienz zwar ganz oben aber es gibt noch andere Ansätze, hier nachhaltig zu handeln. So kann man besonderen Wert auf die Langlebigkeit und Wartbarkeit der Geräte achten. In der Regel sind die vielen technischen Geräte quasi im Dauereinsatz an der Steckdose und im Gebrauch. Es ist also ganz natürlich, dass Ladegeräte, Laptops oder Kameras dann und wann mal ihren Geist aufgeben oder kaputt gehen. Anstatt sofort die Flinte ins Korn zu werfen und mit nur einem schnellen Klick ein neues Gerät zu bestellen, sollten wir aber vorher unbedingt checken, ob sich das kaputte Teil vielleicht doch noch reparieren lässt. Die klassische Reparatur scheint nämlich in letzter Zeit etwas aus der Mode gekommen zu sein. Da bei der Herstellung, dem Transport und der Verwertung von technischen Geräten aber massenhaft CO2-Emissionen ausgestoßen werden und die Arbeitsbedingungen derer, die die für die Hardware benötigten Rohstoffe besorgen, extrem fragwürdig sind, sollten wir auf eine möglichst lange Nutzung unserer Technik achten.

Inzwischen gibt es auch Anbieter wie GROVER, bei denen man sein technisches Inventar einfach leasen kann. Nach der Verwendung werden die gerate dann automatisch gewartet und in einen weiteren product life circle überführt.

Beweise deinen grünen Daumen

Die Ansicht, dass im Büro nur produktiv und konzentriert gearbeitet werden kann wenn die Einrichtung spartanisch und praktisch ist, ist immer noch weit verbreitet. Nach diesem Ansatz sind Pflanzen überflüssig und haben nichts auf dem Schreibtisch verloren. Aber weit gefehlt! Das Ergebnis einer eineinhalb Jahre langen Forschung an einer britischen Universität zeigte, dass Pflanzen die Produktivität und Konzentration der Angestellten in Büros um durchschnittlich 15% steigern konnten. Der Grund dafür liegt darin, dass Pflanzen die besondere Fähigkeit haben, durch den Vorgang der sogenannten Photosynthese, Kohlendioxid in frischen Sauerstoff umzuwandeln. Zudem filtern sie giftige Schadstoffe, die durch das Fenster in den Raum gelangen oder sogar durch bestimmte Materialien, wie beispielsweise Leder, entstehen können. In begrünten Büros zeigt sich zudem eine geminderte elektrostatische Aufladung und vor allem in klimatisierten Räumen ein Ausgleich von jahreszeitlich bedingten Temperaturschwankungen.

Weiterhin bewirken Pflanzen im Raum einen Anstieg der Luftfeuchtigkeit, was vor allem in den kalten Jahreszeiten bei Halsschmerzen, trockenem Rachen oder Nasenschleimhautentzündungen helfen kann.

Frischer Sauerstoff im Raum regt unsere Gehirnzellen an und fördert folglich unsere Arbeits- und Konzentrationsfähigkeit. Angestellte fühlten sich laut der Studie zudem zufriedener, motivierter und mehr verbunden mit ihrer Arbeit als sonst.

Weniger wegwerfen

Viele Dinge werden im Büro gedankenlos weggeschmissen. Dabei geht es auch anders: Bei bedrucktem Papier lässt sich problemlos die Rückseite für Notizen verwenden, Möbel müssen nicht gleich zum Wertstoffhof, man kann sie Organisationen spenden, die sie noch brauchen können. Oxfam z.B. freut sich auch mal über gespendete Office-Gegenstände – eine ausgemusterte Rollkartei finden Retro-Fans vielleicht sehr praktisch. Lies auch: Stoppt den Wegwerfwahn! – 15 Wege zu weniger Müll
Und wennihr Dinge wegwerft, ist eine saubere Trennung des Mülls  wohl ohnehin schon gelernte Sache.

Küche und Klo

Auch in der Kaffeeküche sowie den sanitären Anlagen können bereits kleine Veränderungen die Öko-Bilanz eines Büros verbessern. Für viele stellt die Mülltrennung ein naheliegender Aspekt dar, dessen Umsetzung allerdings auch außerhalb des Konzepts „nachhaltiges Büro“ vorauszusetzen ist. Aus dem Blick geraten hingegen häufig die täglichen Hygieneprodukte wie die Handseife. Denn auch in Seifen kann Mikroplastik enthalten sein, das als Binde- oder Schleifmittel fungiert. Durch das Waschen der Hände geraten die Plastikpartikel in den Wasserkreislauf und bedrohen somit die Nahrungs- und Lebenswelt von Tieren. Als Alternative können deshalb Naturkosmetikprodukte verwendet werden oder, um sich den Nachfüllmüll zu sparen, ganz auf Naturseife gesetzt werden.

Eine andere Problematik bildet die anschließende Trocknung der Hände. Häufig finden sich in öffentlichen Gebäuden Spender mit Papierhandtüchern, die zwar recycelt sind, allerdings nach Gebrauch im Müll landen. Daher ist die Handtuchrolle eine beliebte Alternative, da man den Stoff erneut verwendet. Allerdings gilt es an dieser Stelle genau abzuwägen, denn auch das Waschen der Stoffhandtücher benötigt Energie und Ressourcen. Welche Variante nachhaltiger ist, lässt sich nicht eindeutig klären. Für eine gute Ökobilanz können Sie in jedem Fall den Einsatz von Einweg-Zellstoff-Papierhandtüchern vermeiden. Für deren Herstellung sin nämlich Frischfasern nötig. Laut NABU verbraucht die Produktion dieser Trockentücher zwischen 8 bis 40 Kilowattstunden und eine große Menge Wasser. Somit gilt: Wenn Einweg-Handtücher, dann aus blauer-Engel-zertifiziertem Recyclingpapier sind und bei Stofftuchrollen auf das Umweltzeichen RAL-UZ 77 achten.

Essen am Arbeitsplatz – gewusst wie

Bringen Sie Ihr Mittagessen in einem wiederverwendbaren Behältnis mit oder essen Sie in der Cafeteria mit nachhaltigem Geschirr und Besteck. Vermeiden Sie die Mitnahme von Essensverpackungen. Nutzen Sie wiederverwertbare Kaffeetassen und Wasserflaschen oder nutzen Sie Keramik- bzw. Glasmodelle, wo möglich. Vermeiden Sie verschwenderische Einweg-Plastikflaschen und nicht-recycelbare Kaffeebecher am Arbeitsplatz.

Fair-Trade-Kaffee kaufen & Slow Zubereitung

Ohne Kaffee geht bei uns am Morgen gar nichts. Deshalb herrscht in der Kaffeeküche natürlich immer reger Betrieb. Wenn schon Kaffee trinken, dann sollte man aber auch hier beim Einkauf auf Fair-Trade-Kaffee achten. Zudem kommen bei der Zubereitung eigentlich nur die Methoden des Slow Coffees in Betracht. Heißt: Espressokocher, French Press oder der gute alte Filterkaffee. Schmeckt ohnehin am besten. Kaffeemaschinen mit Kapseln hingegen produzieren zu viel Müll und ergeben auch einfach überhaupt keinen Sinn, wenn ihr uns fragt.

Leitungswasser trinken

Viel trinken ist wichtig, gerade, wenn man arbeitet und sich gut konzentrieren muss. Aber auch hier gibt es Möglichkeiten, möglichst nachhaltig zu agieren – indem ihr beispielsweise auf Leitungswasser umstellt. Nirgendwo ist die Qualität des Leitungswassers so gut wie bei uns. Solltet ihr das gar nicht mögen, dann steigt auf Wasser in Glasflaschen um. PET-Flaschen sollten wir alle – so gut es geht – vermeiden, da die ungesunden Weichmacher und Schadstoffe des Plastiks im Wasser landen. Und wo der ganze Plastikmüll am Ende landet, das brauchen wir euch an dieser Stelle nicht noch mal erzählen.

Klimaneutraler Versand

Du musst beruflich regelmäßig Briefe oder Pakete versenden? Das lässt sich kaum ganz vermeiden. Der Transport der Postsendungen verursacht aber klimaschädigendes CO2. Etwas grüner geht das mit den klimaneutralen Versandoptionen einiger Versanddienste: Der Anbieter kompensiert dann jeweils immerhin seine CO2-Emissionen durch Investitionen in Klimaschutz-Projekte.
Lies auch: Klimaneutraler Versand – das bringt er

Kolleg*innen zu mehr Nachhaltigkeit motivieren

Zu guter Letzt ist es eigentlich immer hilfreich, mit den Kolleg*innen am Arbeitsplatz über das Thema Nachhaltigkeit in all seinen Facetten zu sprechen und zu diskutieren. Das weitet den Blick, man lernt Neues dazu und Altes zu überdenken. Sich gegenseitig auf Dinge aufmerksam zu machen, die man besser machen könnte, hilft dabei, mehr Nachhaltigkeit in unseren Arbeitsalltag zu integrieren. Das kann bei der richtigen Mülltrennung anfangen und bei der Wahl des besten Ökostromanbieters enden. Motiviert euch gegenseitig und etabliert so zusammen die Werte, die euch als Team und Firma in Sachen Nachhaltigkeit wichtig sind.

Mathias Rüsch

Mathias Rüsch

Head of Design & Brand Strategist Kreativer Stratege mit dem Gespür für Marken, Trends, Styles und Kunden.

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